Starken Gefühlen ein Gasthaus sein

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Heute hatte ich beim Spaziergang endlich das kleine Notizheft dabei. Ich setzte mich ans Flussufer, um die frischen Gedanken aufzuschreiben. Wieder beschäftigte mich der Konflikt von gestern. Ich schreibe es auf, um etwas Positives daraus zu machen. Mit der Lupe darauf geschaut steckt Wertvolles in dieser Erfahrung.

Was bisher geschah

Schon beim ersten Treffen hatte ich wenig Verbindung zu den anderen wahrgenommen. Geplauder zu Beginn. Anscheinend kannten sie sich bereits. Ich sagte, dass ich mir in der großen Gruppe Vernetzung wünsche. Und dies hier offenbar das einzige Forum des Austauschs sei. Ich traf auf Verständnis:  ja, da gebe es kaum etwas.

Wie komme ich hier raus

Mittwochabend war ich wieder dabei, 2 Monate später. Wir waren wir nur zu viert. Es ergab sich ein Dialog, in dem ich mich. Person A erzählte, was gerade Mühsames vor sich ging und strahlte Mutlosigkeit aus. Person B begann, bewertende Kommentare zu geben, die in handfeste Ratschläge übergingen. Sie schien auszudrücken, dass sie die Lösung des Problems kennt. Eine Weile zog es sich hin und in mir rumorte es. Ich wurde zunehmend unruhig.

Verbindung ist weg

Parallel begann ich zu denken, was ich davon preisgebe, wenn ich mit dem Teilen an der Reihe bin. Als es soweit war, klopfte mein Herz. Ich war unsicher und voller Bewertungen. Ich sprach über meinen Wunsch, dass wir uns wirklich zuhören und unterstützen. Der Dialog von gerade eben sei mir nicht so vorgekommen sei. In mir war Anspannung. Während ich sprach, fühlte ich mich nicht weich und offen, sondern eng und kritisch.

Gegenwind und raus

Ich bekam natürlich Gegenwind: Unverständnis. Begann mich zu verteidigen. Und eine Tür nach der anderen fiel zu. Nach einigen Minuten verabschiedete ich mit dem Hinweis, dass ich einfach nicht hierher passe.

Dann fand ich mich allein auf meinem Sofa wieder. Ich wollte es am liebsten ungeschehen machen. Schuld, Wut, Scham – alles auf einmal. Jetzt blieb nur, es zu akzeptieren. Und abzuwarten, dass Gras drüber wächst. Ich wußte ja, dass Dinge geschehen, um Erfahrungen zu machen.

Es gibt keine Fehler

Es gibt keine Fehler. Konflikte sind Erfahrungen. Und Widerstände bekömmlich auszudrücken, haben wir nicht gelernt. Darum war ich so glücklich, als ich mit der Gewaltfreien Kommunikation ein Modell fand, durch das ich Brücken bauen kann. Mich so ausdrücken, dass das Gegenüber offen bleiben kann.

Less than perfect!

Marshall Rosenberg, der Erfinder der Gewaltfreien Kommunikation, wiederholte es immer wieder: Wenn wir Fehler machen –zum Beispiel jemanden verletzen, können wir uns fragen, warum wir uns „Less than perfect“ (weniger als perfekt) verhalten haben. Welches Bedürfniswir uns dadurch erfüllen wollten? Statt uns selbst fertig zu machen, lieber weich mit uns selbst sein und darin eine wertvolle Erfahrung sehen. Wir sind nicht perfekt, denn wir kommen ohne Effahrungen im Leben nicht weiter. Jeder Mensch hat individuelle Themen, Trigger und Herausforderungen, die uns letztlich den Weg zeigen, uns weiter zu entwickeln. Uns selbst näher zu kommen.

Was steckte dahinter?

Wirklich hilfreich ist, zu entdecken, was hinter meiner emotionalen Reaktion steckte. Welches Bedürfnis war unerfüllt? So unerfüllt, dass ich mich aus der Geduld habe heraustragen lassen. Ich hatte mich geäußert, weil ich den Gedanken hatte, ich muss authentisch sein. Für mich einstehen. Und weil ich dazugehören wollte – die Verbindung zurück gewinnen.

Ändern, was ich ändern kann und erkennen, was nicht

Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden: Das Gelassenheitsgebet beschreibt eine Haltung, die gleichsam Voraussetzung für den Frieden ist, der in uns selbst beginnt. In unseren Bedürfnissen. Aus der individuellen Tiefe. Der Königsweg über das Herzzentrum.

Während ich schreibe

Während ich schreibe, frage ich mich immer wieder, was wirklich an dieser Stelle zu diesem Beitrag gehört. Zwischendurch denke ich, wenn er fertig ist, DANN kann ich mich endlich den Detailthemen widmen. Denn das Thema ist so groß. Es betrifft mich Sandkörnchen. Und die Vorgänge auf diesem Planeten. Das was sich gerade transformieren will, nach tausenden von Jahren. Doch ist das nicht wieder dieser Perfektionismus? Ja, ohne Frage! Und gleichzeitig will ich milde mit mir selbst sein. Denn wir sind mitten in turbulenten Zeiten.

Wilde Transformationszeit

Es geht darum, alle Bewertungsschichten nach und nach abzulegen. Eine schmerzhafte Erfahrung, wie die am Mittwochabend, bewirkt, dass ich meinem Frieden einen Schritt näher komme. Ich darf meiner Wege ziehen und werde spüren, ob mein Platz dort ist, oder ob ich weiterziehe. In vollem Respekt vor dem Weg der Anderen. In meiner eigenen aktuellen Zeitqualität finden gerade täglich gewaltige Bewegungen und Erkenntnisse statt. Sich nicht in stürmischen Zeiten im schaukelnden Schiff hin und herwerfen zu lassen. Sondern Fokus aufzubauen.

Leuchtturm der Klarheit werden

Auch dieser Beitrag, an dem ich seit 5 Tagen arbeite, ist less-than-perfect. Ein perfekt unperfekter Meilenstein meines Bloggerinnen Weges in die Sichtbarkeit – ich feiere das! Und werde es veröffentlichen. Und als Zeichen ans Universum senden: ich möchte sichtbar werden! Meinen bestmöglichen Beitrag kreieren. Und dieser beginnt mit dem ersten Schritt. Und da mein Lieblingsthema die „Magie der Bedürfnisse“ ist , verbinde ich mich tief und fest mit dem Bedürfnis nach Klarheit. Klarheit ist Fokus. Und Fokus ist die Strategie für das Jahr 2026.

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